Predigt zum Sonntag | Gemeinde Luzein

Predigt zum Sonntag

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2.Mose 7.26 – 8.15: „Da sprach der HERR zu Mose: Geh hin zum Pharao und sage zu ihm: So spricht der HERR: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene! Wenn du dich aber weigerst, siehe, so will ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen plagen, dass der Nil von Fröschen wimmeln soll. Die sollen herauf kriechen und in dein Haus kommen, in deine Schlafkammer, auf dein Bett, auch in die Häuser deiner Grossen und deines Volks, in deine Backöfen und deine Backtröge; Ja, die Frösche sollen auf dich selber und auf dein Volk und auf alle deine Grossen kriechen.

Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deine Hand aus mit deinem Stab über die Ströme, Kanäle und Sümpfe und lass Frösche über Ägyptenland kommen. Und Aaron reckte seine Hand aus über die Wasser in Ägypten, und es kamen Frösche herauf, so dass Ägyptenland bedeckt wurde. Da taten die Zauberer ebenso mit ihren Künsten - und liessen Frösche über Ägyptenland kommen.

Da liess der Pharao Mose und Aaron rufen und sprach: Bittet den HERRN für mich, dass er die Frösche von mir und von meinem Volk nehme, so will ich das Volk ziehen lassen, dass es dem HERRN opfere. Mose sprach: Bestimme über mich in deiner Majestät, wann ich für dich, für deine Grossen und für dein Volk bitten soll, dass bei dir und in deinem Haus die Frösche vertilgt werden und allein im Nil bleiben. Er sprach: Morgen. Mose antwortete: Ganz wie du gesagt hast; auf dass du erfahrest, dass niemand ist wie der HERR, unser Gott. Die Frösche sollen von dir, von deinem Hause, von deinen Grossen und von deinem Volk weichen und allein im Nil übrigbleiben. So gingen Mose und Aaron vom Pharao. Und Mose schrie zu dem HERRN wegen der Frösche, wie er dem Pharao zugesagt hatte. Und der HERR tat, wie Mose gesagt hatte, und die Frösche starben in den Häusern und in den Höfen und auf dem Felde. Und man häufte sie zusammen, hier einen Haufen und da einen Haufen, und das Land stank davon. Als aber der Pharao merkte, dass er Luft gekriegt hatte, verhärtete er sein Herz und hörte nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.

Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Strecke deinen Stab aus und schlag in den Staub der Erde, dass er zu Stechmücken werde in ganz Ägyptenland. Sie taten so, und Aaron reckte seine Hand aus mit seinem Stab und schlug in den Staub auf der Erde. Und es kamen Mücken und setzten sich an die Menschen und an das Vieh; aller Staub auf Erden ward zu Mücken in ganz Ägyptenland. Die Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten, um Mücken hinwegzubringen; aber sie konnten es nicht. Und die Mücken waren sowohl an den Menschen als am Vieh. Da sprachen die Zauberer zum Pharao: Das ist Gottes Finger. Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.“

Lesung: Apostelgeschichte 4.5-22

Liebe Gemeinde

Du sollst mich kennen lernen! Ihr werdet mich noch kennen lernen! Wie tönt das in euren Ohren, wenn das jemand sagt? Ich habe es häufig als Drohung verstanden, obwohl es doch etwas Wunderschönes sein kann, jemanden kennen zu lernen. Aber wohl nicht immer. Ich habe die Geduld und Langmut eines Menschen herausgefordert und strapaziert, bis er sagt: Hör auf, sonst wirst du mich noch kennen lernen. Etwas anders tönt es, wenn jemand sagt: Die sollen mich noch kennen lernen. Da kann durchaus Erwartungshaltung, ja sogar Ungeduld aufkommen. Es betrifft ja dann nicht mich, sondern andere, vielleicht solche, deren Tun mich auch ärgert, oder unter denen ich leide. O ja, hoffentlich wartet er nicht mehr zu lange, bis er sie kennen lernen lässt, wer er ist, und ihre Frechheit dämpft.

„Wer ist der HERR?“ hat der Pharao gefragt, frech, herausfordernd. „Wer ist der HERR, dass ich auf ihn hören müsse und Israel ziehen lasse?“ (Kp. 5.2) „Du sollst erfahren, du sollst erkennen, dass niemand ist wie der HERR, unser Gott.“ O, wie werden sich die Israeliten danach gesehnt haben, dass der Pharao in seinem Hochmut, in seiner Unbarmherzigkeit und Brutalität endlich den HERRN kennen lernen muss, der seinem Tun ein Ende setzt.

Doch habt ihr beachtet, in welchem Zusammenhang Mose zum Pharao gesagt hat: „Du sollst erkennen, dass niemand ist wie der HERR, unser Gott?“ Hat er ihm das gesagt, als er ihm mit dem Kommen der Frösche drohte? Wird daran der Pharao erkennen, wer der HERR ist? Nein, er sagt ihm das, nachdem der Pharao ihn gerufen hat und gebeten hat, für ihn zum HERRN zu flehen, dass er die Frösche von ihm und seinem Volk wegnehme, und nachdem der Pharao versprochen hat, das Volk Israel ziehen zu lassen. Nun sagt Mose: „Bestimme du über mich in deiner Majestät, wann ich für dich und deine Grossen und dein Volk bitten soll.“ Und als der Pharao den Zeitpunkt bestimmt: „Morgen,“ antwortet Mose: „Ganz wie du gesagt hast; auf dass du erfahrest, dass niemand ist, wie der HERR, unser Gott.“ Und dann kündigt er an, was auf seine Fürbitte hin geschehen wird: „Die Frösche sollen von dir, von deinem Hause, von deinen Grossen und von deinem Volk weichen und allein im Nil übrigbleiben.“ Und am andern Tag schreit Mose zu Gott wegen der Frösche, wie er dem Pharao versprochen hat. Und der HERR tut, wie Mose gesagt hat.

Wie lernt nun der Pharao den HERRN, den Gott Israels, der der Gott des Himmels und der Erde ist, kennen? Schauen wir hin! Schon beim Diener des HERRN, bei Mose, erfährt der Pharao etwas von Gottes Art. Mose sagt nicht: Lass zuerst das Volk ziehen, dann sehe ich, ob ich überhaupt etwas für dich tun will, du frecher Tyrann, was du bist. Alles, was du dem Volk angetan hast, sollst du zurückbezahlt bekommen! Mose tut auch nicht gross und setzt den Pharao herab: Siehst du nun, wer du bist, wie machtlos, was für ein Würmchen! Nichts von dem. Nicht Rache, nicht Unmut lässt Mose den Pharao spüren. Sofort sagt Mose seine Fürbitte zu und ehrerbietig lässt er den Pharao bestimmen, wann er für ihn und seine Leute beten soll. Das hat freilich ein Ziel. Der Pharao soll wissen, wann Mose betet und so den Zusammenhang zwischen dem Gebet Moses und Handeln Gottes und dem Weichen der Plage sehen. Und dann schreit Mose zu Gott. Schreien! Ich weiss gar nicht, ob ich je zu Gott geschrieen habe, ausser als ich vielleicht einmal emotional sehr bewegt war. Mose aber schreit zu Gott für seinen Feind, für einen Tyrannen, für ein feindliches Volk, um Errettung von einer Plage. Er schreit – diese Anstrengung! Später werden wir Mose sehen, dass er für das Volk Israel schrie. Aber bevor er für sein Volk schreit, schreit er für die Unterdrücker seines Volkes, damit der Pharao erkennt, dass niemand ist wie der HERR, der Gott Israels.

Und wie lernt nun der Pharao den HERRN, den Gott Israels kennen? Als einen Gott, der barmherzig ist, als einen Gott, der geduldig und langmütig ist und vergibt, der nicht Freude hat am Plagen, der auf den ersten kleinen Ansatz von Umkehr eingeht – als einen Gott der rettet, auch wenn er selber geschlagen hat, aber doch rettet, retten will.

Kennen wir ihn, unseren Gott, - unseren Gott, der rettet. Denken wir so von ihm, jetzt, in unseren Tagen, in dem, was wir erleben. Stellen wir uns Jesus vor Augen, seinen Sohn, den er für sein Volk Israel gesandt hat, aber nicht für es allein, für die ganze Welt, für alle Menschen, für die, die gelebt haben, auch für die Ägypter von damals, für die, die leben, auch für uns Schweizer, und die, die noch kommen werden. Jesus, der Sohn Gottes, der nach dem Willen seines Vaters und in der Liebe seines Vaters in diese Welt gekommen ist und ein echter Mensch geworden ist. Der wahre Mensch Gottes, ohne Sünden, der sich ganz mit uns Sündern verbunden hat, und unsere Sünde auf sich genommen hat und für uns am Kreuz gestorben ist, und jetzt, nach seiner Auferstehung lebt und für uns beim Vater eintritt, noch viel mehr als damals Mose, der für den Pharao und für die Ägypter zu Gott geschrien hat. Und wenn wir uns aufgelehnt haben und Unrecht getan und unser Unrecht noch verteidigt haben, und wenn wir unter den Folgen unseres Unrechts leiden – der uns unermüdlich zu sich ruft, um uns frei zu machen vom Bösen, um uns zu einem Leben zu verhelfen, das von seiner Liebe erfüllt wird und in dem seine Liebe wirksam ist. Dieser Gott, der uns um seines Sohnes willen unendlich viel Gutes getan hat und tut – und wir merkten nicht einmal, dass er es ist, und haben wenig gedankt, - und doch wird er nicht müde, uns zu suchen, um uns zu sich zu bringen! Kennen wir ihn, unseren Gott, der rettet? Lieben wir ihn, suchen wir ihn, oder möchten wenigstens manchmal ihn lieben und suchen?

Was tat der Pharao? Er dankte nicht für seine Rettung. Er hielt sein Versprechen nicht. Er machte sein Herz schwer, schwer von Begriff. Er wollte den HERRN nicht erkennen. Auch die nächste Plage bewirkte bei ihm nichts, obwohl nun auch seine Zauberer ihm sagten: Das ist Gottes Finger. Sein Herz wurde noch härter.

Schritt für Schritt hat Gott ihm durch Zeichen gezeigt, dass er wirklich der lebendige Gott ist, der alle Macht hat, und dass er nicht ein Phantasiegebilde von Mose ist. Der Stab Aarons, der zur Schlange wurde, und als die Zauberer ihre Stäbe hinwarfen und diese auch zu Schlangen wurden, diese verschlang, so dass nur Aarons Schlange, und als er sie packte, Aarons Stab blieb. Das Wasser des Nils und der Kanäle, das zu Blut wurde, wie Mose es angesagt hatte, als Aaron vor dem Pharao mit seinem Stab dreinschlug. Und es blieb Blut sieben Tage lang, auch als die Zauberer drein schlugen, wie Aaron getan hatte, wohl kaum, um auch noch Blut zu machen – das war es ja schon – sondern um es gesund zu machen. Die Frösche, die kamen, nachdem Aaron ein weiteres Mal in den Nil geschlagen hatte mit seinem Stab, wie Mose angezeigt hatte. Und wiederum, - die Zauberer konnten mit ihrem in den Fluss Schlagen die Froschplage nicht hindern. Die Frösche aber starben alle zu dem Zeitpunkt, den der Pharao festgesetzt hatte, dass Mose dann Fürbitte tun möge. Und jetzt die Mücken, die die Zauberer mit ihrem in den Staub Schlagen hinaus tun, wegtun wollen und nicht können und ihr Unvermögen eingestehen und selber dem Pharao sagen: „Das ist Gottes Finger.“

Was wir hier sehen beim Pharao, hat in meinen Augen etwas Unheimliches. Es ist kaum noch so, dass der Pharao nicht glauben kann, weil er nicht von der Wirklichkeit Gottes überführt wäre. Er will einfach nicht. Es gibt Leute, die glauben nicht, weil sie auf keinen Fall einer Täuschung erliegen wollen. Sie sehen nicht, auch wenn man meint, sie müssten es sehen. Es ist, wie wenn sie blind wären. Es scheint mir aber, auch Menschen zu geben, die wollen auf keinen Fall. Sie wollen sich nicht unter Gottes Hand und unter Jesu Hand beugen. Nun ist es nicht an mir, bei einem andern Menschen ein Urteil darüber zu fällen, ob er wirklich nicht auf Gott hören und ihm vertrauen kann, oder ob er einfach will, denn die Tiefen der Herzen sind mir verborgen.

Dagegen wird mir das Wort des Apostels Paulus zur Warnung und – wunderbar – auch zum Trost: „Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verurteilst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest.“ Tue ich denn dasselbe wie der Pharao? Nicht, dass ich das will. Aber das Licht des Geistes Gottes, deckt mir Dinge auf, von denen ich nie ahnte, dass sie in meinen Tiefen sein könnten. So höre ich weiter den Apostel: „Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weisst du nicht, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?“ (Römer 2.1/3) Gottes Güte widerfährt mir, widerfährt euch, damit sie uns zur Umkehr führt, zur Zuwendung zu Gott. Und was empfangen wir da? Die Vergebung unserer Sünden, die Annahme als seine Kinder um Jesu willen, das ewige Leben in Jesus Christus. Das ist die volle Liebe Gottes.

Gebet

Richte mich Gott, denn dein Gericht ist gerecht. Doch richte mich in Jesus Christus, deinem lieben Sohn, der auch meine Schuld getragen und weggenommen hat, sonst würde mir dein Gericht den Untergang bereiten. Sende dein Licht und deine Wahrheit auch zu uns. Behüte uns davor, uns deinem Licht zu entziehen und uns von deiner Wahrheit abzuwenden. Sondern lass Licht und Wahrheit dazu dienen, dass sie uns zu dir bringen.

Du kennst unsere Welt voll Täuschung, Lüge und Verführung, wo Gutes schlecht geredet und Böses gut geredet wird, in der Menschen sich aufspielen, als ob sie Gott wären. Du weisst, wie schnell wir selber verwirrt und umgarnt werden. Darum hilf uns, deinem Volk, stets deine Wahrheit zu suchen, zu finden, zu lieben, dazu zu stehen, damit wir festen Boden unter den Füssen bekommen und behalten. Lass uns stets auf Jesus schauen, deinen lieben Sohn, unseren Herrn, damit wir in seinem Licht bleiben. So lass uns hell werden nicht zu unserer Ehre, sondern damit viele Menschen dich erkennen, dich preisen, zu dir kommen und in dir ihre Rettung und ihr Leben finden.